Die Feuerwehren der Stadt Barsinghausen

Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Barsinghausen 2017

Ortsfeuerwehren haben 2017 eine enorme Anzahl von Einsätzen bewältigt

Investitionen in die Zukunft aller Ortsfeuerwehren wurden getätigt

Im Vergleich zum Vorjahr (430) sind die Einsatzzahlen im Berichtsjahr 2017 mit insgesamt 569 Einsätzen erheblich angestiegen. Damit ist das vergangene Jahr neben 2007 (Kyrill) und 2010 das Jahr mit dem dritthöchsten Einsatzaufkommen in der Geschichte unserer Stadtfeuerwehr.
Auch ohne spektakuläres Unwetterereignis haben die witterungsbedingten Hilfeleistungen, z.B. vom 17.09., 30.09. und 05.10.2017, zum Anstieg in diesem Bereich beigetragen. Aber auch die Vielzahl der nicht unbedingt feuerwehrspezifischen Rettungen von Personen aus Notlagen, wie u.a. hilflos hinter verschlossener Tür, hat einen Anteil daran und ist dazu auch noch sehr belastend. Sehr unerfreulich ist auch der massive Anstieg der Fehlalarme, ausgelöst von Brandmeldeanlagen in Firmen und anderen Einrichtungen und insbesondere durch die immer mehr in Privathaushalten verbauten Rauchwarnmeldern. Mit 78 Alarmen schlägt hier nahezu eine Verdoppelung zu Buche. Beim Kauf solcher Rauchwarnmelder sollte unbedingt auf die entsprechenden Zulassungs- und Prüfhinweise (Qualität) geachtet werden. Beachtung müssen ebenfalls die notwendigen Prüf- und Wartungsanforderungen finden.
Die hervorzuhebenden Einsätze, wie ein Gasaustritt in Egestorf - mit einer Einsatzdauer von mehr als 11 Stunden, ein Garagenvollbrand in Barsinghausen, zweimal Feuer in einer Schule - bei laufendem Schulbetrieb und nicht zuletzt die vielzähligen Verkehrsunfälle, zeigen die Vielfalt der Einsätze, die eine hohe Kompetenz und Belastbarkeit der eingesetzten ehrenamtlichen Helfer voraussetzen.
Zur Abarbeitung der Einsätze waren in 2017 wieder alle 17 Ortsfeuerwehren mehrfach und häufig im Verbund mehrerer Wehren gleichzeitig im Einsatz.
Die Bewältigung solch hoher, aber auch der durchschnittlichen jährlichen Einsatzaufkommen, bereitet uns freiwilligen Helfern in Bezug auf die Verfügbarkeit von Einsatzkräften zunehmend Schwierigkeiten.
Hier gilt es zeitnah Lösungsansätze zu erarbeiten, damit die Einsatzbereitschaft weiter gewährleistet werden kann.
Neben der ständigen Anpassung der Alarm- und Ausrückeordnung (z.B. Alarmierung mehrerer Ortsfeuerwehren) hat hierzu im vergangenen Jahr ein Dialogkreis u.a. mit Arbeitgebern aus dem Stadtgebiet stattgefunden. Diese Pilotveranstaltung sollte als Auftakt zu weiteren Runden dienen, in denen u.a. die Freistellung von Mitarbeitern, Mitgliedergewinnung, Brandschutzerziehung etc. erörtert werden sollen.


Einsatzstatistik 2017 (Stand 31.12.2017)
Brandeinsätze 186
Hilfeleistungseinsätze 279
Brandsicherheitswachen 26
Fehl-/Unfugalarme 78
Einsätze insgesamt: 569

Die Anzahl, der in den 17 Ortsfeuerwehren vorhandenen Mitglieder, kann weiterhin als stabil bezeichnet werden. In einigen Ortsfeuerwehren sind im Verhältnis zur Gesamtzahl erhebliche Zuwächse zu verzeichnen. In den 17 Einsatzabteilungen sind insgesamt 586 Aktive tätig. Dabei liegt der Anteil der weiblichen Aktiven bei 86 Kameradinnen. Diese Zahlen liegen bei einem Mitglied weniger auf Vorjahresniveau.
Die Zahlen bei den 16 Jugendfeuerwehren sind allerdings zum wiederholten Male rückläufig und konnten nur durch die erheblichen Zuwächse bei den nunmehr neun Kinderfeuerwehren ausgeglichen werden. Sehr erfreulich ist es in diesem Zusammenhang, dass im vergangenen Jahr sehr erfolgreich zwei neue Kinderfeuerwehren in Eckerde und Winnighausen gegründet werden konnten.
Die Gründung weiterer Kinderfeuerwehren in den Ortsteilen ist auch vor dem Hintergrund der Mitgliedergewinnung für die Jugendfeuerwehren unabdingbar.
Eine sehr positive Darstellung unserer Jugendorganisation war der Tag der Kinder- und Jugendfeuerwehren in der Fußgängerzone, an dem der interessierten Öffentlichkeit die Vielfältigkeit der Jugendarbeit in unseren Feuerwehren vorgestellt wurde. Derartige Veranstaltungen gilt es mit Unterstützung aller Ortsfeuerwehren weiter voranzubringen.
Ein weiteres Forcieren der aktiven Mitgliedergewinnung, unter Einbeziehung einer aufklärenden Öffentlichkeitsarbeit, muss in 2018 vordere Priorität haben. Hier benötigen wir auch die Unterstützung von Stadtverwaltung und Ratsvertretern, damit die gesellschaftspolitische Bedeutung unseres allen helfenden Ehrenamtes noch mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht wird. Der stetig steigende Anteil an fördernden Mitgliedern zeigt die hohe Akzeptanz in der informierten Bevölkerung.

Mitgliederstand 2017
(31.12.2017)
Aktive 586
Kinder-/Jugendfeuerwehr 280
Altersabteilung 242
Musik- und Spielmannszüge 121
Fördernde Mitglieder 4110
insgesamt
5.339 (48 Mitglieder mehr als 2016)

Die Truppmannausbildung wurde auch in 2017 ehrenamtlich in Eigenregie auf Barsinghäuser Stadtebene durchgeführt. Den Teil I haben 23 Kameradinnen und Kameraden erfolgreich absolviert. Den Teil II konnten 22 Teilnehmer positiv beenden.
Auf Regionsebene wurden 59 Lehrgangsplätze belegt. An der Akademie in Celle haben insgesamt 74 Einsatzkräfte Technische- und Führungslehrgänge besucht.

Bei den im Rahmen des Tages der Ortsteile ausgetragenen Stadtwettkämpfen konnte die Löschgruppe aus Hohenbostel den ersten Platz belegen.

Als musikalischer Höhepunkt in 2017 ist sicherlich der Große Zapfenstreich zu Ehren des aus dem Amt verabschiedeten NFV-Präsidenten und Ehrenbürger Karl Rothmund zu nennen. Das in der Hauptsache vom Musikzug Langreder und Spielmannszug Barsinghausen dargebotene Zeremoniell wurde allseits als eine hervorragende Darbietung bewertet.

Als Investition in die Zukunft der Ortsfeuerwehren können u.a. der Baubeginn zum Neu- und Erweiterungsbau am Feuerwehrhaus Hohenbostel und auch der Erwerb eines Grundstückes am Freibad Goltern für den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Ortsfeuerwehren Nord- und Großgoltern bezeichnet werden.
Nach einigen Verzögerungen haben die Bauarbeiten in Hohenbostel begonnen, der Rohbau der neuen Fahrzeughallen ist nahezu fertiggestellt. Nach Abschluss der Arbeiten an diesem Teilobjekt werden in 2018 die umfangreichen und überwiegend in Eigenleistung der Feuerwehr vorzunehmenden Umbauarbeiten im Altbau beginnen.
Nach dem zukunftsweisenden und mit Synergien behafteten Entschluss der beiden Ortsfeuerwehren Nord- und Großgoltern künftig gemeinsam, aber sehr wohl jeweils selbstständig an einem Standort Dienst zu tun, konnte hierzu ein zentral gelegenes Grundstück erworben werden. Die Planungen zum Neubau haben begonnen und müssen im ersten Halbjahr 2018 ihren Abschluss finden.
Zur Unterbringung eines in der Beschaffung stehenden Fahrzeuges für die Ortsfeuerwehr Holtensen ist hier ein Garagenanbau erforderlich, der nach laufenden Planungen mit einem großen Anteil an Eigenleistung realisiert werden muss.
Zur Standortfrage eines neuen Feuerwehrhauses für die Stützpunktfeuerwehr Groß Munzel müssen ebenfalls konzeptionelle Vorbereitungen getroffen werden.

Nach den vier Fahrzeuganschaffungen in 2016 wurden in 2017 keine neuen Fahrzeuge übergeben. Ausgeschrieben und bestellt wurde ein TSF-W für die Ortsfeuerwehr Landringhausen, das im Frühjahr 2018 zur Auslieferung kommen soll.

Zu der durch DIN- und Unfallverhütungsvorschriften notwendigen Neubeschaffung von Einsatzhelmen wurden außerhalb des Feuerwehrbudgets erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Angeschafft wurden insgesamt 396 neue Helme.

Die Anbindung an ein neues Internet gebundenes Feuerwehrverwaltungsprogramm auf Landesebene, macht die einheitliche Ausstattung der Feuerwehrhäuser mit Internetzugang erforderlich, hierfür wurden ebenfalls zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der Budgetmittel wurden für die Führerscheinausbildung die Mittel aufgestockt.

In Vorbereitung stehen die Beschaffungen von zwei Tragkraftspritzenfahrzeugen – TSF-W und zwei Löschfahrzeugen – LF 10.

All dies sind Investitionen in die Zukunft unserer Ortsfeuerwehren und damit in die Sicherheit und den Schutz der Barsinghäuser Bevölkerung.

Die Wertschätzung der Freiwilligen Feuerwehr ist Inspiration und Motivation für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, liebe Stadtgesellschaft von Barsinghausen, unterstützen Sie uns.

Ihr

Dieter Engelke
Stadtbrandmeister